Aus den Bergen in die Wildnis Kyōtos

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Dienstag, 11. Juni 2024
Heute verlassen wir die grünen Hügel und fahren nach Kyōto, der ehemaligen Kaiserstadt Japans. Zuerst geniessen wir noch das ausgiebige Frühstück im Ryokan und dürfen auch eine Blick in die Küche werfen. Dort werden gerade Bento-Boxen für ein Mittagstake-away vorbereitet. Wir werden ganz herzlich verabschiedet und brausen davon.
Unsere Route (Link: https://kurv.gr/Kw3sn) führt uns nochmals über kleinere Strassen und bringt einige Überraschungen mit sich. Wir gelangen an einen kleinen Stausee, wo wir im Schatten eines Chriesibaumes Rast machen. Als dann die Ochsenfrösche beginnen zu quaken, machen wir uns schnell vom Acker – davon hatten wir schon genug. Etwas weiter und wir fahren an einer roten, etwas unförmig konstruierten Brücke vorbei, wir kehren um und erkunden die Brücke und was dahinter liegt. So stossen wir auf einen Bahnhof (Hozukyō), der vermeintlich mitten im Nirgendwo liegt. Doch verbindet er Kyōto mit der Schlucht des Katsura Flusses, der durch Kyoto fliesst. Wir geniessen die Ruhe, schauen den Zügen und einigen Touristen zu, essen Salzcrackers und trinken kalten Kaffee aus der Vendingmachine. Die Ankunft in Kyoto zögern wir etwas hinaus.
Irgendwann ist Zeit zum Aufbrechen. 4 km bis zum Ziel heisst es auf dem Navi. Wir befinden uns jedoch immer noch im dichten Wald und es riecht wunderbar nach Zedern, die Luft ist kühl und die Vögel zwitschern. Dann gelangen wir auf eine grössere Strasse und uns kommt merkwürdiger Verkehr entgegen. Ist es eine Kutsche? Nein, Pferd fehlt. Ist es ein Fahrrad? Nein, zu gross. Es ist ein Rikscha für die Touristen, gezogen von einem Mann. Genaugenommen, gestemmt von einem Mann, der sich so sehr gegen das Rikscha stossen muss, weil es bergab geht.
Wir sind froh, dass wir auf unseren Töffs sitzen und brausen entspannt Richtung Hotel. Doch auf einmal: links und rechts und überall – Meeeeeenschen. Vieeeeeele Meeeeenschen. Es wimmelt geradezu von Touristen und wir bahnen uns zusammen mit andern Fahrzeugen den Weg durch die Menge. Irgendwann lässt die Flut nach und wir kommen in eine ruhige Strasse, wo auch unser Hotel liegt. Die Töffs können wir direkt neben dem Eingang parken.
Wir sind in einem Pet-friendly Hotel. Bald wird uns klar warum: Eine Katze im Kinderwagen, dann noch ein Hund – auch im Kinderwagen. Am Buffet gibt es Snacks für Hund und Katz. Ich merke mir schon jetzt, Augen auf morgen früh.
Check-in, Zimmer, Beine hoch, entspannen. Doch der Hunger ruft schon bald und wir freuen uns auf ein Essen im Restaurant. Zu früh gefreut! Alle Restaurant sind nach der täglichen Touristenwelle schon geschlossen. Zu müde, um noch ins Zentrum zu gehen, decken wir uns im Mini-Markt mit Essen und Bier ein und speisen im Hotel.
Morgen geben wir die Töffs in Osaka ab und werden noch eine Nacht in der Stadt verbringen. Wo es danach hingeht, entscheiden wir spontan.